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Entstehung des Eishockeys
Das eigentliche Eishockey entstand allen Vermutungen zum Trotze mit größter
Wahrscheinlichkeit im heutigen Kanada. Schon die indianischen
Ureinwohner Kanattas
(erster erwähnter Name Kanadas, bedeutet „Hütte“)
kannten im 16. Jahrhundert
verschiedene Ballspiele.
Durch die französische Kolonisierung Kanadas in der Mitte des 16.
Jahrhunderts
vermischten sich jene Ballspiele mit denen der Soldaten
zum heute bekannten Lacrosse.
Der Camburca ein Krummstock, entwickelte sich
zu einer Art Hockey- bzw. Eishockeyschläger.
Dennoch kann man Lacrosse nicht als direkten
Vorläufer des Eishockeys betrachten,
da hierzu zwar auch Tore, aber keine Schlittschuhe
oder Torhüter benötigt wurden.
Mitte des 18. Jahrhunderts kamen die Engländer nach Kanada
und die Soldaten brachten die ihnen bekannten Spiele
Hurling und Shinty, auchShinney genannt,
mit. Bekannt ist, dass 1856 die Royal Canadien Rifles,
ein britisches Regiment, auf den zugefrorenen
Hafenbecken von Kingston und Halifax das Eislaufen
erlernten und sehr schnell ihr Shinney-Spiel aufs
Eis übertrugen. Anfangs spielten nur die Soldaten,
doch es kamen Studenten aus Montreal hinzu,
die feste Spielregeln entwickelten und so erfreute
sich das neue Spiel schnell größter Beliebtheit.
Studenten der McGill-Universität entwickelten das
Shinney in richtung Eishockey da sie zum ersten
mal einen Torhüter einsetzten. Mittlerweile stimmt
der Großteil der Historiker in vielen Punkten der
Entwicklung und Entstehung dem McGill-Report zu,
welcher 1943 von Experten der Mc-Gill Universität
verfasst und veröffentlicht wurde. Diese waren
übereingekommen, dass das erste Eishockeyspiel am
3.März 1875 im Victoria Skating Rink in Montréal
ausgetragen wurde, mit nahezu 500 Zuschauern.
In diesem Report wird auch erstmals der spätere Puck
(der Name soll in Montréal entstanden sein) erwähnt.
Erfunden wurde der Puck von William Fleet Robertson.
Da bei einem der ersten Spiele der damals verwendete
„Gummiball“ immer wieder über
die Außenbegrenzung hüpfte und das Spiel unterbrochen
wurde, schnitt Robertson einfach
den oberen und unteren Teil ab und übrig blieb der Puck.
Die McGill-Studenten führten Schiedsrichter
und Trikots ein, hatten ein festes Regelwerk ausgearbeitet
und gründeten den ersten Eishockey-Club der Welt.
McGill-Student James George
Aylwin Creighton hatte den größten Anteil an
der Weiterentwicklung des Eishockeys, er dachte
sich immer wieder Neuerungen aus um,
das Spiel interessanter zu machen.
Die Mannschaften spielten mit Landhockeyschlägern,
er übernahm aus dem Rugby-Spiel einige Regeln
und hatte die Idee, man könne doch
auch in der Halle spielen. Die damaligen Regeln
sahen neun Mann pro Team vor,
so dass die Mannschaft aus einem Torhüter,
zwei Verteidigern, zwei Mittelfeldspielern
und vier Stürmern bestand. Für die Einhaltung
der Regeln sorgten zwei Schiedsrichter.
Das Spiel entwickelte sich fast selbständig
immer weiter, die rote Linie wurde eingeführt
und die Torhüter wurden durch entsprechende
Schutzausrüstungen – man übernahm die
Lederhandschuhe und Beinschienen aus dem
Feldhockey – besser ausgestattet. Später
wurden die blauen Linien eingeführt, um „Ansammlungen“
vor dem gegnerischen Tor zu verhindern.
Von den frühen Regeln haben etliche auch heute
noch Bestand, so zum Beispiel das
Anspiel in der Mitte (Bully) bei Spielbeginn und
nach Toren. Auch durfte kein Spieler den
Gegner von hinten angreifen, seinen Schläger über
Schulterhöhe heben, festhalten, treten oder kicken.
1884 wurden die Regeln dahingehend geändert, das
die Mannschaften von neun auf
sieben verkleinert wurden. Die Teams bestanden nun
aus einem Torhüter, zwei Verteidigern,
einem Mittelfeldspieler und drei Stürmern.
So ging es auch 1885
in den ersten Ligaspielbetrieb im Eishockey,
ebenfalls in Kanada.
Von da an verbreitete sich das Eishockey in
viele Länder und wurde immer beliebter,
so fand am 4.Februar 1887 auf dem Halensee
in Berlin das erste Eishockeyspiel
(kanadischer Art) auf deutschem Boden statt.
1899 wurde in Montréal das erste überdachte
Kunsteisstadion Nordamerikas errichtet.
Deutschland musste hierauf bis 1925 warten,
als eine Kunsteisbahn im Berliner
sportpalast eröffnet wurde.
Bald wurde in Kanada eine Organisation
notwendig, um der Verbreitung
des Sports gerecht werden zu können und für
einen geregelten Spielbetrieb zu sorgen.
Hierzu wurde im November 1899 die Ontario
Hockey Association gegründet.
Weitere folgten: Pacific Coast Hockey Association,
National Hockey Association (1909)
und Canadien Amateur Hockey Association.
Etwa ab 1900 fand das Eishockeyspiel
verstärkt den Weg nach Europa,
sodass 1903 mit den London Canadians
auch erstmals auf dem europäischen
Kontinent ein Landesmeister im Eishockey
gekürt werden konnte.
Im gleichen Jahr kam es auch zum ersten internationalen
Spiel in Europa zwischen
Teams aus London und Paris. In den Folgejahren
kam es europaweit zur Gründung
von Eishockeyverbänden bzw. zur Aufnahme des Eishockeys
in die nationalen Eissportverbände (in Deutschland 1908).
Für das internationale Eishockey bedeutend war am 15./16. Mai 1908
die Gründung der LIHG, der Ligue Internationale de Hockey sur Glace,
aus der später die Internationale Eishockey-Föderation IIHF wurde
und deren Gründungsmitglieder die Verbände Frankreichs, Böhmens,
Großbritanniens, Belgiens und der
Schweiz waren. Die LIHG organisierte ab
1910 regelmäßige Europameisterschaften
und von 1910-1914 zusätzlich eine
eigene LIHG-Meisterschaft, die jedoch
nur von geringer Bedeutung war.
Der LIHG gelang es 1920 auch erstmals,
Eishockey in das olympische
Programm zu bekommen, ein Unternehmen,
das für die Spiele 1900
noch gescheitert war und auch jetzt noch
als Demonstrationsturnier galt.
Bei den Olympischen Eishockey-Turnieren
und den ab 1920 stattfindenden
Weltmeisterschaften waren jedoch
vorerst die Nordamerikaner,
insbesondere die Kanadier dominierend,
die mit ihrem besten Amateurteam zu den
Turnieren anreisten und die europäischen
Teams häufig zweistellig deklassierten.
Dass 1936 mit Großbritannien erstmals
ein europäisches Team Olympiasieger wurde,
lag primär darin begründet,
dass das Team ausschließlich aus
eingebürgerten Kanadiern bestand.-
Den ersten tatsächlich europäischen
Weltmeister gab es erst 1947 mit der Tschechoslowakei.
Derweil entwickelte sich in den
1940-er Jahren in der Sowjetunion der Eishockeysport,
wo es 1947 zur ersten Meisterschaft kam.
Nachdem die Sowjetunion 1952 wieder in
die IIHF eingetreten war, nahm sie 1954
erstmals an den Weltmeisterschaften teil und
konnte diese genauso wie 1956 die Olympischen
Spiele sofort dominieren.
Diese Dominanz führte zu einer sowjetischen
Siegesserie, in der die „Sbornaja
“ (russisch: Сборная für die Nationalmannschaft)
von 1963 bis 1972 alle
internationalen Titel im Eishockey gewinnen konnten.
Dass auch die Kanadier
meist der sowjetischen Mannschaft
unterlegen waren, lag jedoch auch an der
Tatsache, dass zu Weltmeisterschaften wie
zu olympischen Turnieren nur Amateure,
nicht jedoch Profispieler, zugelassen waren,
die Kanadier also weiterhin mit ihren
besten Amateurspielern antraten.
Die sowjetischen Nationalspieler spielten meist
bei ZSKA oder HK Dynamo Moskau,
dem Armee- oder Polizeisportklub, sodass die
Spieler offiziell als Soldaten oder
Polizisten angestellt waren, sich jedoch
hauptsächlich dem Eishockeysport widmen konnten.
Zum Eklat kam es 1969/70, nachdem die
IIHF die Teilnahme von NHL-Profis
wiederholt abgelehnt hatte und Kanada aus
diesem Grund bis einschließlich
1976 nicht an den Weltmeisterschaften teilnahm.
1977 kamen die Kanadier
jedoch zurück auf das internationale Eis,
nachdem die Teilnahme von
NHL-Profis gestattet wurde. Trotzdem reichte
es bei der WM in Wien jedoch
nur zu einem für die Kanadier unbefriedigenden vierten Platz.
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